Unternehmerlohn oder Gewinnausschüttung: Wichtig ist, die richtige Balance zu finden

Warum diese Entscheidung mehr ist als eine Steuerfrage.

Wer eine eigene Firma hat und eine GmbH oder AG führt, steht früher oder später vor der Frage, wie das Geld bzw. das Salär sinnvoll aus dem Unternehmen bezogen werden soll. Sollen Sie sich einen regelmässigen Lohn auszahlen? Ist eine Dividende sinnvoller? Oder ist gar die Kombination aus beidem das Passende?

Natürlich scheint die Dividende auf den ersten Blick allenfalls attraktiver, weil darauf keine Sozialversicherungsbeiträge geschuldet sind. Doch ganz so einfach ist das nicht, denn die Wahl zwischen Lohn und Gewinnausschüttung wirkt sich nicht nur auf die Steuerbelastung aus, sondern auch auf die Vorsorge, die finanzielle Absicherung sowie die Beurteilung durch die Behörden.

Ein fairer Unternehmerlohn ist wichtig, wertvoll und schafft Sicherheit

Ein angemessener Lohn ist für Unternehmerinnen und Unternehmer eine wichtige Grundlage und auch ein persönlicher Wertbestandteil. Er bildet die Basis für Sozialversicherungen, Vorsorgeleistungen und eine saubere private Finanzplanung. Zudem kann der Lohn in der entsprechenden Gesellschaft als Aufwand verbucht werden, was den steuerbaren Gewinn reduziert.

Was leider oft passiert: Wird der eigene Lohn dauerhaft zu tief angesetzt, kann das kurzfristig zwar auf die Liquidität entlastend wirken, langfristig können dadurch aber Lücken bei der AHV, Pensionskasse oder bei der persönlichen Absicherung entstehen.

Dividenden sind attraktiv, aber nicht beliebig einsetzbar

Eine Dividende kann eine sinnvolle Ergänzung zum Lohn sein, wenn das Unternehmen genügend Gewinn erwirtschaftet und die Ausschüttung wirtschaftlich vertretbar ist, sie ist jedoch kein reeller Ersatz für einen realistischen Unternehmerlohn.

Besonders wichtig und oftmals unterschätzt: Wird ein zu tiefer Lohn mit hohen Dividenden kombiniert, kann dies nachteilig sein und vor allem kritisch beurteilt werden. Behörden prüfen, ob die Entschädigung für die geleistete Arbeit angemessen ist. Ist dies nicht der Fall, besteht das Risiko, dass Dividenden teilweise als Lohn erachtet werden.

Entscheidend ist die Angemessenheit

Ob ein Lohn angemessen ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem Funktion, Verantwortung, Pensum, Branche, Unternehmensgrösse, finanzielle Möglichkeiten und in der Vergangenheit erfolgte Ausschüttungen. Deshalb gibt es keine Standardlösung, welche für alle angewendet werden kann.

Die beste Lösung ist immer die ausgewogene Kombination

In der Praxis ist meist nicht die Frage «Lohn oder Dividende?» ausschlaggebend, sondern das korrekte Verhältnis. Ein marktgerechter Unternehmerlohn sorgt für Stabilität und Vorsorge, eine Dividende hingegen kann zusätzlich sinnvoll sein, wenn sie zur Ertragslage und zur gesamten Unternehmensplanung passt.

Wer die Bausteine Lohn, Dividende, Liquidität, Vorsorge und Steuern gemeinsam betrachtet, trifft in der Regel die besseren Entscheidungen und kann so rechtzeitig unnötige Risiken reduzieren und zusätzliche Fragen der Behörden vermeiden.

Sie möchten wissen, welches Verhältnis von Unternehmerlohn und Dividende für Ihre Situation sinnvoll ist? Wir unterstützen Sie gerne bei einer sauberen und vorausschauenden Planung.